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Fetus (Fötus) - ein "Fremdkörper" im Mutterleib?

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Fetus (Fötus) - ein "Fremdkörper" im Mutterleib?

Beitragvon mhpr » 04.08.2007 15:03

In einem "Disput" vernahm ich die These, daß der Leib der Mutter den Fetus als Fremdkörper "empfinde" und die Geburt ein Akt des Abstoßens wäre?
mhpr
 

Re: Fetus (Fötus) - ein "Fremdkörper" im Mutterlei

Beitragvon Poet » 04.08.2007 15:26

mhpr hat geschrieben:In einem "Disput" vernahm ich die These, daß der Leib der Mutter den Fetus als Fremdkörper "empfinde" und die Geburt ein Akt des Abstoßens wäre?


Kann ich allenfalls so interpretieren: Wie der Apfel am Baum - wenn er ausgereift ist.
Aber: Die Fremdkörper-These scheint mir Äpfel und Birnen zu vergleichen, um ein Thema zu haben.

Gruß
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Beitragvon Kora » 04.08.2007 19:41

Der Mutterleib wird durch gewisse Hormone (Impulse) eben normalerweise zur genau richtigen Zeit veranlasst, den Fötus zu gebären. Würde dieser viel länger verbleiben, könnte er ja tatsächlich schädigend wirken, oder geschädigt werden.
Vielleicht kann man das technisch mit dem Abstossen eines Fremdkörpers vergleichen. Aber die familiäre Bindung bleibt ja doch erhalten und damit die Schutzprogramme usw. Daher halte ich den Vergleich für verfehlt.

Gruss Kora
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Beitragvon Baraka » 04.08.2007 20:01

Ich kann zumindest soviel sagen, dass eine Schwangerschaft quasi einem SBS entspricht, d.h. mit sympathicotoner und vagotoner Phase (die glaube ich doppelt so lang ist, wie erstere - das Wort schreibe ich nicht noch mal *g*).

Die Entwicklung des Fötus entspricht also einem Heilungs- bzw. Regenerationsvorgang. Finde ich faszinierend.

Ist dieser Vorgang beendet, wird die Geburt eingeleitet. Unter normalen Bedingungen. Weniger normale können dann anscheinend zu einem vorzeitigen Abbruch der Schwangerschaft führen (vergleichbar einem Rezidiv?).

Dass ein Fötus ein Fremdkörper empfunden wird, kann ich mir auch nicht vorstellen, dafür leben beide, Mutter und Fötus zu lange in Symbiose miteinander. Obwohl - was bekommt denn die Mutter vom Fötus, außer Tritten? ::wink:

LG,
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Beitragvon NicolasB » 04.08.2007 20:36

Veto.

Der Organismus des Fötus ist kein Symbiont mit der Mutter, wie z.B. Bakterien.

Der Grund, warum das Kind vom Mutterleib nicht abgestoßen wird, ist die Fruchtblase (Amnionschicht), die ektodermalerweise dem Kind gehört.

Wird diese Fruchtblase zerstört, würde das Kind als Fremdkörper abgestoßen werden.
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Beitragvon Kora » 04.08.2007 20:40

Baraka hat geschrieben:Ist dieser Vorgang beendet, wird die Geburt eingeleitet. Unter normalen Bedingungen. Weniger normale können dann anscheinend zu einem vorzeitigen Abbruch der Schwangerschaft führen (vergleichbar einem Rezidiv?).

Hormonelle Veränderungen durch Konflikterleben (Rezidiv oder neuer Konflikt) oder Manipulation (Geburtssteuerung im Krankenhaus...). Das erstere gehört ja in die Kategorie SBS (Sonderprogramm = nicht "normal", aber natürlich und sinnvoll - wenn vielleicht nur "um die Ecke"), das andere wird ja kaum in seinen Auswirkungen überblickt...

Gruss Kora
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Beitragvon Rena » 04.08.2007 21:44

Der Grund, warum das Kind vom Mutterleib nicht abgestoßen wird, ist die Fruchtblase (Amnionschicht), die ektodermalerweise dem Kind gehört.

Es gibt noch mehr Gründe, warum die Frucht, der Fötus nicht abgestoßen wird.
Nach der Pränatalpsychologie und -medizin sind Fruchtblase und auch der Mutterkuchen (die Plazenta) Teil des Kindes. Das ursprünglich nach außen abgelegte Ei mit seinen Schutzhüllen, bei unseren URurururur-Ahnen in der Evolution, ist bei den Säugern nach innen gelagert. Viele Zwischenstufen sind noch nicht bekannt.
Beim Menschen ist es so, dass die biologische Unreife kompensiert wird durch einen ausgeprägten Pflegeimpuls, den alle Menschen ererbtermaßen verspüren, wenn sie ein Baby sehen.
Darum ist die Schwangerschaft und das Leben des Föten biologisch allein nicht zu beschreiben. Soziale und psychische Aspekte wirken sich erheblich auf das Wohlbefinden des Ungeborenen aus.
Es gibt pränatal Situationen, die dazu führen, dass Kinder sich auch wieder verabschieden und vorgeburtlich sterben, dann, wenn sie z. B. nicht gewollt sind. Auch pränatale Fruchtwasserentnahmen haben nicht selten zum Tod von Föten geführt. Die Geburt wird übrigens hormonell durch das Kind ausgelöst, nicht durch die Mutter. Das Kind zeigt seine Reife an.
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Wird diese Fruchtblase zerstört, würde das Kind als Fremdkörper abgestoßen werden.[/quote]
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Beitragvon Baraka » 04.08.2007 22:34

GNM-Ulm hat geschrieben:Der Organismus des Fötus ist kein Symbiont mit der Mutter, wie z.B. Bakterien.

Ja, das dachte ich mir schon.

Immerhin ist es auch kein Parasit. Oder doch? In gewisser Weise? Das Phänomen "Parasitismus" ist sowieso eher noch ein Buch mit Sieben Siegeln für mich, aber das nur am Rande...

Kora hat geschrieben:Hormonelle Veränderungen durch Konflikterleben (Rezidiv oder neuer Konflikt) oder Manipulation (Geburtssteuerung im Krankenhaus...). Das erstere gehört ja in die Kategorie SBS (Sonderprogramm = nicht "normal", aber natürlich und sinnvoll - wenn vielleicht nur "um die Ecke"), das andere wird ja kaum in seinen Auswirkungen überblickt...

Thx! Das klingt plausibel.

Tja, das ewige Leid mit den Begriffen. Normal, natürlich, sinnvoll. Lassen wir das hier... :pfeif:

Symbolisch denken oder im übertragenen Sinne, nicht wörtlich nehmen, ohne Verabsolutierung. Das ist die halbe Miete, vielleicht auch die ganze. ::wink:


Danke auch Rena, ein sehr interessanter Beitrag! :thumpup:

U.a. ein Hinweis auf die Wahrnehmung des Ungeborenen. Die eben rein "unterbewusst" ist -> die sog. "Körper-/Zell-Intelligenz". Überhaupt ein Thema für sich, denke ich.

LG,
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Beitragvon NicolasB » 04.08.2007 22:54

@Rena

gut dass Du darauf kommst - ja, die Geburt wird vom Kind eingeleitet!

Eine der biologisch größten Unsitten sind künstlich eingeleitete Geburten und frühzeitiges Trennen der Nabelschnur.

Wer in heutiger Zeit Medizin studiert, der lernt, dass der Blutkreislauf des Neugeborenen sich nach der Geburt erst von "Plazentaatmung" auf "Lungenatmung" umstellen muss.

Im Körper des Neugeborenen sind viele Bypass-Gefäße (Ductus botalli etc.), die zurückgebildet werden.

Wer also die Nabelschnur durchtrennt, bevor die Lunge ausgefaltet und das Gefäßsystem angepasst ist, raubt dem Kind wortwörtlich die Luft zum Atmen.

Mukoviszidose als tödliche Kinderkrankheit? Denkt mal drüber nach!
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Beitragvon PonderS. » 15.09.2007 00:20

Baraka hat geschrieben:
Dass ein Fötus ein Fremdkörper empfunden wird, kann ich mir auch nicht vorstellen, dafür leben beide, Mutter und Fötus zu lange in Symbiose miteinander. Obwohl - was bekommt denn die Mutter vom Fötus, außer Tritten? ::wink:


1) Die Lizens zum Schokolade-in-sich-rein-stopfen-und-so-viel-futtern-wie-man-schon-immer-wollte-aber-sich-wegen-der-Figur-nie-getraut-hat.

2) Einen Sitzplatz im Buss.

3) Die Gelgenheit jemand anderem zuzusehen wie er Deine Fenster putzt.

Soll man einer sagen so ein Baby mache sich nicht bezahlt. :thumpup:

Liebe Grüsse
Ponder
Wenn man die Natur einer Sache durchschaut hat, werden die Dinge berechenbar. [Blade]
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Beitragvon Momo » 15.09.2007 07:41

:wohow: Aber vorsicht - die werden schnell groß. Und dann essen sie Dir die Schokolade weg.
Mort interessierte sich für viele Dinge, zum Beispiel dafür, weshalb die menschlichen Zähne so gut zusammen paßten. Er hatte lange über diese Frage nachgedacht. Auch darüber, aus welchen unerfindlichen Gründen die Sonne ausgerechnet am Tag über den Himmel kroch, obgleich ihr Licht während der Nacht weitaus nützlicher gewesen wäre. [...]
Mit anderen Worten: Mort gehörte zu jenen Leuten, die gefährlicher sind als ein Sack voller Klapperschlangen. Er war entschlossen, über die elementare Logik des Universums Aufschluß zu gewinnen.
Terry Pratchett, Gevatter Tod
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Beitragvon Rena » 15.09.2007 18:36

Dass ein Fötus ein Fremdkörper empfunden wird, kann ich mir auch nicht vorstellen, dafür leben beide, Mutter und Fötus zu lange in Symbiose miteinander. Obwohl - was bekommt denn die Mutter vom Fötus, außer Tritten?


Auf dieses Zitat möchte ich auch noch einmal zurückkommen:
Die nach innen verlegte Frucht steht in komplexer Resonanz mit dem Körper und dem Empfinden der Mutter. Die Plazenta, der Mutterkuchen ist das Austauschorgan. Seine Kapillarflächen entsprechen der Größe eines Fußballfeldes.
Durch Untersuchungen weiß man genau, dass Ungeborene in Wechselbeziehung mit der Mutter stehen und ihren Zustand erleben. Akustisch ab etwa der Hälfte der Zeit, hormonell bereits von der ersten Lebensstunde an. Denn ohne Hormone läuft nichts an Gefühlen. Zeugung und Schwangerschaft ohne Gefühle sind nicht vorstellbar.
Die genannten Fußtritte sind demnach Reaktionen, Worauf? Darauf kann die Mutter sicherlich antworten.
Nur unsere Technikfixierung läßt uns glauben, dass der menschliche Nachwuchs folgenlos diese Naturentfernung verkraftet.
LG Rena.
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Beitragvon Tante PaX » 16.09.2007 21:53

Dass ein Fötus ein Fremdkörper empfunden wird, kann ich mir auch nicht vorstellen, dafür leben beide, Mutter und Fötus zu lange in Symbiose miteinander. Obwohl - was bekommt denn die Mutter vom Fötus, außer Tritten?


Die Mutter-Kind Symbiose besagt ja nicht eine gegenseitige Symbiose. Diese ist nur vom Kind bzgl. seines Empfindens gegeben. Die Mutter handelt aus anderen Gründen, aus biologischen, hormonellen und auch wegen des Kindchenschemas usw. auf Versorgen des Babys gelenkt. Eine Mutter, die ihrem Kind gegenüber symbiotisch empfindet, ist schon eher krankhaft. Beim Baby aber ist es "normal" und entscheidet ggfls. über sein Überleben, weshalb es "von Natur aus" versucht, die Gefühle der Mutter zu empfinden und daran möglichst zu adaptieren.

Ich könnte mir die "Fremdkörper"these schon vorstellen. Die Übelkeit vieler Schwangerer gerade in den ersten Monaten z.B. - könnte ja Revierärger sein.
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Beitragvon Rena » 17.09.2007 04:03

Hallo Pax,
Die Mutter-Kind Symbiose besagt ja nicht eine gegenseitige Symbiose. Diese ist nur vom Kind bzgl. seines Empfindens gegeben.


Auf physiologischer Ebene ist es auf jeden Fall eine wechselseitige Symbiose, und zwar von Anfang an, also ab der Zeugung. Denn sofort setzen hormonell wechselseitige Prozesse ein.
Auf psychischer Ebene gibt es in jedem Fall auch wechselseitige Beziehungsaspekte, sogar stärker von der Mutter ausgehend. Die Zeugung ist schlie0lich kein neutrales Etwas. Also die Mutter schwingt sowieso in irgendwelchen Gefühlen.
Die Frühschwangerschaft ist für den Embryo viel bedeutender, als wir bisher annehmen konnten. Durch Ultraschall wissen wir z.B., dass es viel mehr Zwillingsschwangerschaften gibt, als bisher angenommen. Das erklärt manches bisher nicht verständliche Lebensgefühl. (s. Regressionstherapie)

LG Rena
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