von Rena » 05.07.2010 - 00:55
Das Politikum besteht darin, dass die verschiedenen Hebammentätigkeiten, die genannt wurden, auch erforderlich sind. das kann aber nicht heißen, dass der Kernbereich noch stärker in medizinische Hände gelangt. Das wollen die Gebärenden nicht und die Kliniker wissen es auch. Die Hinzuziehungspflicht von Hebammen besagt, dass Hebammen bei der Geburt anwesend sein müssen.
Durch gezielte Lenkung von Schwangeren (Krankenk. bezahlten für 10 Arztbesuche DM 100,-) gerieten diese in ärztliche Praxen und weg von den Hebammen. Hebammen konnten wenig dagegen tun. Der Mutterpass, ein einziges Instrument zur Dokumentation von den meisten Schwangeren unverständlichen Messwerten, Normierungskurven usw. zementiert ein Bild von Risiko und Überwachungsnotwendigkeit. Wieder ein Schritt weg von natürlichen physiologischen Prozessen. Diese Schritte waren interessegeleitet und keineswegs von Frauen gewählte Formen der Vorsorge und Geburt.
Die klinische Geburtshilfe verdient mittlerweile erheblich an den Geburten. 1500,- € für die Geburt und 750,- € für das Baby. Kaiserschnitt ist erheblich teurer.
Eine Hausgeburt kostet die Kassen ganze 537,- €
Meine Überzeugung ist: Wir brauchen viel viel mehr Hebammen als jetzt, in der Vorsorge, in der Familienhilfe, bei Geburten und der Nachsorge. Dieser sensible Bereich braucht Vertrauen und menschliche Unterstützung und Nähe. Die technikgestützte Vorsorge und Geburtsmedizin ist eine kulturelle Sackgasse mit tragischen Folgen für Hunderttausende Kinder. Es kann nicht folgenlos bleiben, wenn Menschen am Beginn ihres Lebens gestresst, geschockt, betäubt und von der Mutter getrennt werden.
Garade, wer in diesem Forum etwas über Rezidive gelernt hat, ahnt, welche Auswirkungen die genannten Erlebnisse, denen die kleinen Kinder ausgeliefert waren, auf die Dauer haben können.
Rena