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Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

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Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon Anna » 11.11.2009 - 19:02

Gestern:
Nationaltorwart Robert Enke tot -
sein Berater spricht laut Medienberichten von Suizid. Auch die Polizei geht aktuell von Selbstmord aus. Die Hintergründe sind unbekannt. Der beliebte Profi von Hannover 96 war laut Polizei gegen 18:25uhr von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden.


Heute nahmen auf einer Pressekonferenz von Hannover 96seine Frau und sein Arzt ausführlich Stellung. Sie, wahrscheinlich, um nicht isolativ mit der Situation und Spekulationen konfrontiert zu werden.

Ich empfehle bei Depressionen Das Selbst und das Ich, die NM, und natürlich ein Forum wie faktor-L. Damit die Isolation in der depressiven Phase nicht zu solchen Kurzschlußhandlungen führt.

Wer hier (auch anonym) ein (ich sag mal) "Tagebuch" als offenen Thread führt, wie Poet das vorbildlich getan hat, schafft sich damit die beste Möglichkeit, um seine Krisen aufzulösen. Gerade bei Depressionen wird Renas Regressionstherapie im Verbund mit der NM sehr aussichtsreich sein.

Ich schreibe das unter dem traurigen Eindruck, dass es für Robert Enke und seine Familie zu spät kommt, aber Tausende sehen können, dass es eine postive Lösung gibt - auch anonym.

:sorry: - musste raus!

LG
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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon KlausD » 11.11.2009 - 19:27

Anna hat geschrieben: :sorry: - musste raus!


Kein Sorry notwendig, Anna. Mich bewegt das auch. Obwohl ich Enke nur zweimal im TV gesehen hab, als er in der Nationalelf das Tor hütete. Die Isolation ist das Problem, wie wir NM-Kundigen wissen. Sie herrscht auch hier im Forum vor. Eigentlich hat nur Poet sie richtig durchbrochen. Sowohl im von dir verlinkten Thread, als auch in seinem neuen Buch zur Super-Epikrise.

Alles mein Revier untertitelt er dabei so treffend. Aber er bewegt sich öffentlich darin, macht sich "nakisch", wie er es nennt. Und im Thread sieht man die Teilnahme von vielen Fories. Und die hat ganz sicher dazu beigetragen, dass er dies alles überstanden hat. Seite 44ff in 100 Tage Herzinfarkt - alles mein Revier stellen das besonders heraus. Ob Elena (Tausendgüldenkraut?), Harry, Rena, Nick oder Baraka, und viele ungenannte, alle hatten ihren Anteil beigetragen.

Etwas mehr Mut, und viele könnten noch unter uns weilen.
Man kann es ja mit reduzierter Öffentlichkeit versuchen, wie mases, nur für Forenmitglieder.
Alles, nur nicht isolativ.

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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon wittwer » 11.11.2009 - 23:57

KlausD hat geschrieben:Kein Sorry notwendig, Anna. Mich bewegt das auch. Obwohl ich Enke nur zweimal im TV gesehen hab, als er in der Nationalelf das Tor hütete.


Mir geht das auch so, obwohl ich nur selten Fußball sehe.
Aber das ist hier auch nicht wichtig.
Nur schade, dass wir häufig nicht helfen können.

KlausD hat geschrieben:Die Isolation ist das Problem, wie wir NM-Kundigen wissen. Sie herrscht auch hier im Forum vor. Eigentlich hat nur Poet sie richtig durchbrochen. Sowohl im von dir verlinkten Thread, als auch in seinem neuen Buch zur Super-Epikrise.


Das kann man nicht hoch genug würdigen.

KlausD hat geschrieben:Alles mein Revier untertitelt er dabei so treffend. Aber er bewegt sich öffentlich darin, macht sich "nakisch", wie er es nennt. Und im Thread sieht man die Teilnahme von vielen Fories. Und die hat ganz sicher dazu beigetragen, dass er dies alles überstanden hat. Seite 44ff in 100 Tage Herzinfarkt - alles mein Revier stellen das besonders heraus. Ob Elena (Tausendgüldenkraut?), Harry, Rena, Nick oder Baraka, und viele ungenannte, alle hatten ihren Anteil beigetragen.


Das hat mich ebenfalls sehr berührt.
Das Geben und Nehmen. Das Öffnen, ohne sich aufzugeben.
Genau das schätze ich an unserem Forum.

KlausD hat geschrieben:Etwas mehr Mut, und viele könnten noch unter uns weilen.
Man kann es ja mit reduzierter Öffentlichkeit versuchen, wie mases, nur für Forenmitglieder.
Alles, nur nicht isolativ.


Mehr Mut. Da stimme ich Dir voll zu.
Ich hoffe, ich habe ihn, wenn ich selbst einmal in der Situation sein sollte.

LG
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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon Baraka » 12.11.2009 - 00:18

Der isolative Faktor hat aber auch einen gesellschaftlichen Aspekt, der hier letztlich wohl entscheidend war. Denn so wie sich das Ganze für mich darstellt, ist Enke gerade durch das rassistische Krankheitsverständnis der Gesellschaft in die Isolation gedrängt worden. Bzw. sah sich genötigt, in der Isolation sein Heil zu suchen, was sich immer als Illusion erweist. Weil er nicht als "schwach" gelten wollte. Denn das ist man, wenn man den Ansprüchen des allgemeinen Leistungskultes nicht genügen kann. Und dann auch noch in einer Sportart, die sich gerade über ihre vermeintliche "Männlichkeit" definiert. Und fehlende Spielkultur damit kompensiert.

Nicht nur betroffen, sondern anekeln tut mich inzwischen, auch wenn's natürlich absehbar war, wie über die Massenmedien der Tod Enkes nicht etwa zum Anlass genommen wird, den latenten Sozialdarwinismus dieser Gesellschaft zu hinterfragen, sondern im Gegenteil, diesen zu rechtfertigen, indem Enkes Psyche quasi singularisiert und pathologisiert wird. Also seine bzw. Depression an sich als eine gesamtgesellschaftlichem Einfluss entzogene, endogene und singuläre Schwäche, Fehlerhaftigkeit, die hätte repariert werden müssen. Diese Denkmuster werden wohl so eine Art permanenter Trigger insbesondere für seine vermutlich vorhandene Selbstwertschiene gewesen sein.

Gefragt ist also, Menschen nicht einfach nur aus der Isolation zu holen, sondern auch, etwas salopp vielleicht formuliert, aus Isolation Individualität zu formen - statt sie in einem Funktionskollektiv aufgehen zu lassen. Eine Persönlichkeit zu formen, die sich nicht (primär) über gesellschaftliche Normen (Erwartungen) definiert, und ihren Selbstwert nicht in dem fragilen Fundament fremdbestimmter (vor allem ökonomischer, oder auch sportlicher) Nützlichkeitsattribute wurzeln lässt.
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das Studium der Schönheit der Welt."

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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon Anna » 12.11.2009 - 04:01

Baraka hat geschrieben:Gefragt ist also, Menschen nicht einfach nur aus der Isolation zu holen, sondern auch, etwas salopp vielleicht formuliert, aus Isolation Individualität zu formen - statt sie in einem Funktionskollektiv aufgehen zu lassen. Eine Persönlichkeit zu formen, die sich nicht (primär) über gesellschaftliche Normen (Erwartungen) definiert, und ihren Selbstwert nicht in dem fragilen Fundament fremdbestimmter (vor allem ökonomischer, oder auch sportlicher) Nützlichkeitsattribute wurzeln lässt.


Sag ich doch: Ab ins Forum - vom Selbst zum Ich!!!
Extrovertiert handeln, (notfalls) auch im kleineren Rahmen, stabilisiert/entwickelt/zeigt die Persönlichkeit.

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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon Diabolos » 12.11.2009 - 11:31

Du meine Güte, alle hier kennen diesen "Enke". :blink2: Hab heute an der Haltestelle nur mal was über einen "Enke" gelesen (Bild-Zeitung-Überschrift im Zeitungskiosk ist ja nicht zu übersehen), der sich umgebracht hat und ein verheultes Foto seiner Frau und hab mich noch gefragt, wer das sein soll.

Warum hat er denn Depressionen gehabt?

Ehrlich gesagt habe ich momentan mehr Mitleid mit dem Zugführer. Das arme Schwein!
Warum scheint die Sonne eigentlich nicht nachts? - Tagsüber ist es doch eh hell.
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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon DavidM » 12.11.2009 - 11:46

Seltsamerweise habe ich schon vor einer Weile dran gedacht, dass der grad ziemliches Revierverlustding laufen haben muss, weil er ja die Nummer 1 im Tor war, und durch seine pcl (die keiner Verstand) dann aus dem Kader war für eine Weile, und sich Adler so sehr in den Vordergrund gespielt hat, dass von Enke plötzlich keine Rede mehr war.
Und dann just wenn die Nationalmannschaft sich trifft und er nicht eingeladen ist (angeblich aber mit ihm so abgesprochen, und er wäre weiterhin im Rennen um die Nr1) begeht er Selbstmord.

Ist natürlich nur Spekulation. Aber es muss ja mit Revier im Beruf oder Revier zu Hause zu tun haben, auch dass die Waage so schlagartig von Depri auf manisch umschlägt.
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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon Momo » 12.11.2009 - 11:56

DavidM hat geschrieben:Seltsamerweise habe ich schon vor einer Weile dran gedacht, dass der grad ziemliches Revierverlustding laufen haben muss, weil er ja die Nummer 1 im Tor war, und durch seine pcl (die keiner Verstand) dann aus dem Kader war für eine Weile, und sich Adler so sehr in den Vordergrund gespielt hat, dass von Enke plötzlich keine Rede mehr war.
Und dann just wenn die Nationalmannschaft sich trifft und er nicht eingeladen ist (angeblich aber mit ihm so abgesprochen, und er wäre weiterhin im Rennen um die Nr1) begeht er Selbstmord.

Ist natürlich nur Spekulation. Aber es muss ja mit Revier im Beruf oder Revier zu Hause zu tun haben, auch dass die Waage so schlagartig von Depri auf manisch umschlägt.


Jo. Welche Rolle spielt eigentlich die Händigkeit in diesem Fall. Dem Bild nach, auf dem er seine Tochter auf dem Arm hält, ist er Linkshänder gewesen.

@Diabolos

Der Zugführer und die Polizisten, die den Dreck nachher wegräumen mussten. Die durften so lange suchgen, bis auch das kleinste Teilchen gefunden war. So jedenfalls kenne ich das noch von früher von meinem Vater.
Mort interessierte sich für viele Dinge, zum Beispiel dafür, weshalb die menschlichen Zähne so gut zusammen paßten. Er hatte lange über diese Frage nachgedacht. Auch darüber, aus welchen unerfindlichen Gründen die Sonne ausgerechnet am Tag über den Himmel kroch, obgleich ihr Licht während der Nacht weitaus nützlicher gewesen wäre. [...]
Mit anderen Worten: Mort gehörte zu jenen Leuten, die gefährlicher sind als ein Sack voller Klapperschlangen. Er war entschlossen, über die elementare Logik des Universums Aufschluß zu gewinnen.
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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon Roland » 12.11.2009 - 12:27

Baraka hat geschrieben:Nicht nur betroffen, sondern anekeln tut mich inzwischen, auch wenn's natürlich absehbar war, wie über die Massenmedien der Tod Enkes nicht etwa zum Anlass genommen wird, den latenten Sozialdarwinismus dieser Gesellschaft zu hinterfragen, sondern im Gegenteil, diesen zu rechtfertigen, indem Enkes Psyche quasi singularisiert und pathologisiert wird. Also seine bzw. Depression an sich als eine gesamtgesellschaftlichem Einfluss entzogene, endogene und singuläre Schwäche, Fehlerhaftigkeit, die hätte repariert werden müssen. Diese Denkmuster werden wohl so eine Art permanenter Trigger insbesondere für seine vermutlich vorhandene Selbstwertschiene gewesen sein.


Es war vor allem klar, dass jetzt wieder die orthodoxe Psychatrie auf den Plan tritt und all die "heimlich depressiven" Menschen auffordert, sich endlich in Behandlung zu begeben. Was natürlich im Wesentlichen nichts anders bedeutet als eine Herumdoktern an Symptomen mit Hilfe von toxischen und bewusstseinsverändernden Drogen. Denn die Depression wird ja mittlerweile fast ausschließlich als eine rein organische Fehlfunktion gedeutet, die auch auf dieser Ebene zu beheben ist.

Dazu kommt ja noch, dass niemand die Frage thematisiert, ob Enke nicht bereits diese Art von Medikamenten genommen hatte (eher wahrscheinlich) und inwieweit diese vielleicht sogar dazu beigetragen haben, ihn in den Selbstmord zu treiben. Nee, schon klar, kann ja nicht sein, das Zeug ist ja nur gut und hat ihn sicher länger am Leben gehalten.
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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon Baraka » 12.11.2009 - 18:50

Anna hat geschrieben:Extrovertiert handeln, (notfalls) auch im kleineren Rahmen, stabilisiert/entwickelt/zeigt die Persönlichkeit.

Ich glaube, das kann ich bestätigen. Aber nicht unbedingt leicht ist es, wenn die (manischen) Voraussetzungen fehlen. Und wenn doch, erleichtert es möglicherweise die Überlagerung innerer, wahrer Gefühlswelten. So war es vielleicht bei Enke.

Gerade das Internet ist aber wohl so ein Raum, wo man auch (und gerade) unter depressiven Bedingungen extrovertiert in Erscheinung treten kann.

Roland hat geschrieben:Denn die Depression wird ja mittlerweile fast ausschließlich als eine rein organische Fehlfunktion gedeutet, die auch auf dieser Ebene zu beheben ist.

Eben. Das reduktiv-mechanistische Weltbild ist ideal um jede gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu leugnen und abzulehnen. Es geht Hand in Hand mit dem (sozial-)rassistischen Weltbild, das insbesondere das pathologisiert, was sich als inkompatibel zu dehumanisierenden gesellschaftlichen und vor allem Leistungsnormen zeigt.

Wenn ich jetzt lesen muss, dass Depression "enttabuisiert" werden müsse, als Antwort auf den Suizid eines Prominenten, kommt mir echt die Kotze hoch. Also ganz davon abgesehen, dass nur der Tod von Berühmt- und Beliebtheiten die Massen(medien) mal aus ihrer Alltagsfunktionalität reißt, und die Psycho-Hygiene-Industrie, also die Psychiatrie, hier natürlich Morgenluft wittert, um den in dieser degenerierten Herrschaftskultur still vor sich hin leidenden Teil der Menschen in ihre sowieso schon überfüllten Anstalten und Praxen zu treiben, heißt "Enttabuisierung" hier ja nichts anderes, als Pathologisieren bzw. Verfestigung der ideologischen Strukturen, die erst zur Pathologisierung und damit zur Tabuisierung geführt haben.

Das erinnert auch frappierend an die Tabuisierung von Homosexualität, auch vor allem im Fußball - der regelmäßig mit bescheuerten Ermutigungen zum "Outing" begegnet wird. Also mit genau derselben Pseudo-Enttabuisierung, die die Tabuisierungs- oder Diskriminierungsstrukturen tatsächlich nur bestätigt und verstärkt.

So genug (ent-)tabuisiert für heute. ::wink:

Roland hat geschrieben:Dazu kommt ja noch, dass niemand die Frage thematisiert, ob Enke nicht bereits diese Art von Medikamenten genommen hatte (eher wahrscheinlich) und inwieweit diese vielleicht sogar dazu beigetragen haben, ihn in den Selbstmord zu treiben. Nee, schon klar, kann ja nicht sein, das Zeug ist ja nur gut und hat ihn sicher länger am Leben gehalten.

Das ist eine ganz wichtige Frage! Dann wird die Sache nämlich richtig heikel. Denn sollte sich heraus stellen, dass Enke Antidepressiva zu sich genommen hat, wird klar, dass sein Suizid eigentlich schon anhand jüngster medizinischer Alltagserkenntnisse, und erst recht mit dem Wissen um die NM, hätte verhindert werden können. Wenn sie denn mal an eine breite Öffentlichkeit gelangen würden. Aber so kann sich das Pharmasystem möglicherweise eine weitere Leiche auf ihr Profit-Konto gutschreiben lassen.

Momo hat geschrieben:Der Zugführer und die Polizisten, die den Dreck nachher wegräumen mussten. Die durften so lange suchgen, bis auch das kleinste Teilchen gefunden war. So jedenfalls kenne ich das noch von früher von meinem Vater.

Stimmt, das sind auch arme Schweine. Und wenn wir schon dabei sind, auch die Zuggäste, die möglicherweise mehrere Stunden im Zug sitzen bleiben müssen (bis alles weggeräumt ist) und dann zusehen können, wie sie dahin kommen, wo sie hin wollen. Hab ich auch einmal mitgemacht, den Mist. Aber natürlich ist das nichts gegen das persönliche Leid des Betroffenen, und derjenigen, die ihn von den Gleisen holen müssen...
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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon Karina » 12.11.2009 - 21:21

Antidepressiva können Suizidgedanken auslösen (z.B. Antidepressivum Nortrilen)

http://www.vitanet.de/aktuelles/Gesundh ... an-Suizid/

http://www.austria.com/lifestyle/gesund ... 5-06334455

„Schon mehrfach hatten Studien gezeigt, dass bestimmte Antidepressiva zu mehr Suizidgedanken führen können . . . . .
Das Antidepressivum Nortriptylin fördert Forschern zufolge bei männlichen Patienten Selbstmordgedanken stärker als ein anderes Mittel. In einer Studie hätten die mit der Substanz behandelten Männer zehnmal häufiger an Suizid gedacht als mit dem Wirkstoff Escitalopram behandelte Patienten . . . . .
Bei den weiblichen Probanden wurde der Effekt nicht beobachtet . . . . „

(der „männliche“ Fußballsport“?)

Ein anderer Fußballstar, Sebastian Deisler, hatte vor 2 Jahren ebenfalls Depressionen und hat ein Buch darüber geschrieben. Ich erinnere mich, dass er für seine „feminine“ Befindlichkeit von seinen Fußballfreunden verspottet worden ist.
Verständlich, dass Enke Angst hatte.

Es gibt noch weitere Antidepressiva, die Suizid fördern sollen, die Quellen zum Finden wurden leider gelöscht.
z.B.
Prozac (fluoxetin, in Deutschland u.a. Fluctin, Fluox); Zoloft (sertralin, in D auch Gladem); Paxil (paroxetin, in D u.a. Seroxat, Euplix); Luvox (fluvoxamin, in D auch als Fevarin bekannt); Celexa (citalopram, in D auch als Cilex, Cipramil); Lexapro (escitalopram, in Cipralex); Wellbutrin (bupropion, in D Zyban); Effexor (venlafaxin, in D Trevilor); Serzone (nefazodon, in D nicht zugelassen wegen schwerster Hepatotoxizität) und Remeron (mirtazapin, in D Remergil).

Quelle ist inzwischen versiegt:
http://www.fda.gov/cder/drug/antidep...essanstPHA.htm
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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon DavidM » 12.11.2009 - 21:23

Antidepressive machen den postmortal-depressiven nur postmortal-manisch, was dann dazu führt, dass man es durchzieht, statt nur rumzujammern.
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Re: Nationaltormann Robert Enke und die Depressionen

Beitragvon Poet » 19.11.2009 - 14:17

Frisch aus dem Ticker:

Technology Review: schnelle Methode zur Wirkungsanzeige von Arzneien

Hirnwellen zeigen Wirksamkeit von Antidepressiva

[1]Hannover, 19. November 2009 – Nur eine Woche nach Behandlungsbeginn lässt sich mit einer neuen Methode feststellen, ob Patienten das für sie richtige Medikament gegen Depressionen bekommen haben, schreibt das Magazin Technology Review [2] in seiner Dezemberausgabe. Bislang mussten Betroffene bis zu acht Wochen abwarten, ob das gewählte Mittel anschlägt.

Den schnellen Hinweis, ob das Medikament wirkt, liefert die elektrische Aktivität des Gehirns. Forscher um Andrew Leuchter von der University of California in Los Angeles haben hierzu in einer Studie die Gehirnwellen von 375 depressiven Patienten gemessen und charakteristische Veränderungen nach Behandlungsbeginn gesucht.

Patienten, die später gut auf das Medikament Escitalopram reagierten, zeigten schon nach wenigen Tagen eine typische Veränderung der Hirnwellen. Andere Patienten hingegen sprachen besser auf das Mittel Bupropion an.

Mit einer Trefferquote von 74 Prozent konnten die Forscher bereits nach einer Woche vorhersagen, bei welchem Patient welches Medikament wirkt. Für genauere Prognosen – auch bei anderen Mitteln – wollen die Forscher nun weitere Tests durchführen.


[2] http://www.technology-review.de

Tipp: Für Blinde ist deine Unsichtbarkeit belanglos.
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